Eine lange Reise endet …

Eine lange Reise endet …

Eine lange Reise endet …

Eine Muse (griechisch Μοῦσα) ist eine Person, die einen anderen Menschen zu kreativen Leistungen anspornt oder inspiriert – so steht es jedenfalls in Wikipedia.

Leif, meine Wikingermuse, sitzt vor dem Computer. Den Bildschirm füllt das letzte Kapitel von »Tiranorg, Schwertmacht«. Statt mich zu inspirieren, starrt er schweigend diese 4 Buchstaben an:

 

ENDE

 

Übrigens schon eine gefühlte Ewigkeit lang.

»Es soll also einfach so vorbei sein?«, fragt er nicht zum ersten Mal. Die Stirn gefurcht.

»Einfach so?«, wiederhole ich. »Weißt du wie lange ich an der Tiranorg-Saga geschrieben habe?« Okay, jetzt werde ich also auch noch laut. Es ist nur so, dass wir diese Diskussion schon mehrfach geführt haben.

»Ist mir egal«, brummelt er. Wieder saugen sich seine hellblauen Augen am Bildschirm fest.

Unter uns: Ich wusste gar nicht, dass Wikinger auch Computer bedienen können … Da haben sich die Götter einen Spaß mit mir erlaubt.

»Alles in allem sicher mehr als 6 Jahre. Es war eine tolle Zeit. Es hat mir großen Spaß gemacht. Wegen Esmanté begann ich zu schreiben. Ehrlich gesagt fällt mir der Abschied auch nicht leicht. Aber es ist Zeit, die Geschichte ist zu ENDE.« Ich deute auf die vier groß geschriebenen Buchstaben auf dem Bildschirm.

»Pff!« Frustriert springt er auf, stemmt die Arme in die Seite und funkelt mich an. »Was wird dann aus mir?«, bricht es aus ihm heraus.

Verständnislos starre ich zurück.

»Na, du brauchst doch keinen Wikinger, um bei CityWolf weiterzuschreiben, oder? Das spielt hier, in Passau!« Er ballt die Fäuste und jetzt endlich begreife ich …

»Natürlich brauche ich dich weiterhin. Willst du etwa sagen, ihr Wikinger kennt keine Gestaltwandler?«

Für einen Augenblick hält er den Atem an, überlegt. Schließlich holt er tief Luft, das grobe Leinenhemd hebt sich, ein Anhänger mit Thors Hammer lugt darunter hervor.

»Stimmt!«, presst er anschließend hervor. Dann stiehlt sich ein Grinsen auf sein Gesicht, er fährt über den Bart mit den eingeflochtenen Amuletten. »Loki zum Beispiel …«

»Eben!«

Eifrig nickt meine Wikingermuse.

»Also bleibst du jetzt hier, damit wir die Veröffentlichung von Tiranorg, Schwertmacht feiern können? Zu Imbolc, wenn die Tage endlich wieder länger werden, das Dunkel der Nacht überwunden ist? Ein passender Termin, findest du nicht?«, frage ich. Schließlich habe ich mir lange Gedanken gemacht, wann das Finale von Tiranorg erscheinen soll.

»Hm, Imbolc. Ja, ein guter Grund um zu feiern. Stimmt« Leif entspannt sich. »Was hast du zu trinken hier?«

Erleichtert hole ich ein bauchiges Gefäß, das ich extra für diese Gelegenheit aufgehoben habe. Wikinger Met steht auf dem Etikett.

»Du willst doch nicht diesen Fusel trinken, oder?«

Gönnerhaft stapft er aus dem Zimmer, räumt herum, kommt, mit einem breiten Grinsen im Gesicht zurück und hält zwei altertümlich aussehende Flaschen in der Hand. Übrigens ohne Etikett. Mit der Hand wischt er den Staub von den Flaschen.

»Das ist richtiger Met.« Routiniert entkorkt Leif die erste Flasche und gießt ein.

Feierlich hebt er den Becher.

»Ich trinke dir zu, Judith. Auf die Ehre im Kampf! Auf das Finale von Tiranorg!

Atav feal!«

 

Nachdem Leif beruhigt ist, hoffe ich, ihr freut euch genauso wie ich über das Erscheinen von »Tiranorg, Schwertmacht«. Wie gefällt euch das Finale? Schreibt mir – ich freue mich immer, von euch zu hören!

 

Hier könnt ihr übrigens das „Tiranorg, Schwertmacht“ kaufen.

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